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Sep 28

Wahlkampf in den USA

Wahlkampf in den USA

 

In den USA wütet der Wahlkampf um den Einzug ins Weiße Haus. Die beiden Kandidaten Hillary Clinton und Donald Trump streiten sich insbesondere um die künftige wirtschaftspolitische Ausrichtung der USA. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus glaubten viele die neuzeitliche kapitalistische Marktwirtschaft und Demokratie würden sich in allen Nationen durchsetzen. Diese These vertrat Francis Fukuyama in seinem Buch „Das Ende der Geschichte.“ Die neuzeitliche kapitalistische Marktwirtschaft siegte über den Kommunismus und beflügelte die Globalisierung.  Der in den westlichen Kulturen vorherrschende Glaube an universell geltende Freiheits- und Menschenrechte und die praktizierte Demokratie wurden von nicht-westlichen Kulturen angezweifelt und größtenteils nicht  übernommen. Für viele nicht-westliche Nationen hätte die Übernahme der westlich geprägten Freiheits- und Menschenrechte die Aufgabe der kulturellen Identität und revolutionäre Umgestaltung des politischen Systems bedeutet. Weil eben nicht-westliche Kulturen die westlich  geprägten Freiheits- und Menschenrechte nicht anerkennen würden, meinte Samuel Huntington in seinem Buch „Kampf der Kulturen“, nicht mehr die Ideologien, Kapitalismus versus Kommunismus, sondern Kulturräume würden die Weltordnung künftig bestimmen.

Wie der Wahlkampf in den USA offenbart, bereitet die neuzeitliche kapitalistische Marktwirtschaft  auch den USA Probleme. Beide Kandidaten versprechen gut bezahlte Arbeitsplätze zu schaffen und die USA wirtschaftlich wieder stärker zu machen. Dabei spielt der Petro-Dollar als Leitwährung eine gewichtige Rolle. Die USA fungieren wie ein schwarzes Loch in einem Sternensystem und ziehen Geld aus dem Ausland an, das im Konsum verschwindet. Das seit 1990 starke jährliche Handelsbilanzdefizit der USA und die steigende Staatsverschuldung von 107,49 % bzw.  19,51 Billionen Dollar sprechen für sich. Infolge der neuzeitlichen Globalisierung kann sich mittlerweile die aufstrebende Industrienation China als größter Gläubiger der USA nennen. Die wirtschaftliche Globalisierung verursacht ebenso eine stärkere politische Verflechtung. Akteure in diesem Geflecht  bilden die einzelnen Staaten und nicht Kulturräume. Nicht nur für die USA, sondern auch für alle anderen Industriestaaten gewinnt der Energiebedarf an erheblicher Bedeutung. Hinsichtlich des Energiebedarfs verzeichnet die USA zwei Vorteile. Die USA verfügt als Industrienation selbst über Primärenergie in Form von Rohstoffen Öl und Gas und diese Primärenergie wird weltweit in Dollar gehandelt. Durch Förderung von Schiefer-Öl und –Gas mittels der umstrittenen Frackingmethode konnten die USA den Import drastisch drosseln und  Öl ab 2015 wieder exportieren, was allerdings zu einem Preiskampf am Ölmarkt führte. Der niedrige Ölpreis schadete nicht nur dem Frackingboom, sondern auch den anderen ölexportierenden Staaten. Der Kampf um die Rohstoffe und Rohstoffmärkte Öl und Gas, verstärkt durch die globalisierte neuzeitliche kapitalistische Marktwirtschaft und durch  die rasche Bevölkerungszunahme  in  unterentwickelten Staaten, verursacht weltweit  kriegerische Konflikte. Trump will die heimische Wirtschaft stärken und setzt auf heimisches Öl und Gas und Protektionismus zugunsten der USA. Allenfalls aus dem Irak würde er noch „Gratis Energie“ zur Abgeltung der Kriegsschulden beziehen. Saudi Arabien soll den Wahlkampf von Hillary Clinton massiv finanzieren, weshalb offensichtlich Clinton eine andere Strategie verfolgt. Sie spricht auch davon, die „fossilen Brennstoffe zu stoppen“. Sie setzt anscheinend nicht so sehr auf heimisches Öl und Gas. Beide werden aber  das Energieproblem und den Kampf um die Rohstoffe nicht lösen können.

 

JM

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